Eduard Spranger

Eduard Spranger Wenn eine Schule den Namen einer bedeutenden Persönlichkeit trägt, dann kommt das nicht von ungefähr. Dann drückt sie damit etwas von ihrem Selbstverständnis aus. Sie beansprucht, im Sinne dieser Persönlichkeit zu wirken und sieht in diesem Anspruch eine Verpflichtung.
Wie bei der Namensgebung 1964 ist auch heute wieder die gleiche Fragestellung aktuell: Welche Maßstäbe und Orientierungen ergeben sich aus dem Leben und Werk Eduard Sprangers für unsere Schule?

 

  • Zur Person

Ein geistiger Mensch – Sprangers Leben und Werk

Eduard Spranger wurde am 27. Juni 1882 in Berlin geboren. An der dortigen Friedrich-Wilhelms-Universität absolvierte er seine Studien, die ihn besonders mit Wilhelm Dilthey, dem Begründer der so genannten geisteswissenschaftlichen Philosophie, und dem Philosophen und Pädagogen Friedrich Paulsen in Berührung brachten. Im Jahre 1911 übernahm Spranger eine Professur an der Universität Leipzig, 1920 folgte er dem Ruf an seine Heimatuniversität Berlin. Zu seinem über die Fachkreise hinaus bekannten Werk, zählen die „Lebensformen“ sowie die „Psychologie des Jugendalters“.
Ein großes Anliegen war für Spranger die Pädagogik. Für die Schule wurden vor allem wegweisend die Schriften „Berufsbildung und Allgemeinbildung“ (1922) und „Grundlegende Bildung, Berufsbildung und Allgemeinbildung“ (1923).
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde es stiller um Spranger, das System war ihm zuwider, was schließlich dahin führte, dass er 1944 verhaftet und in das Gefängnis Moabit eingeliefert wurde. Nach Kriegsende übernahm er das Rektorat der im Berliner Ostsektor gelegenen Universität. Aufgrund der politischen Verhältnisse und den damit verbundenen Einschränkungen seiner Arbeit nahm er allerdings bereits 1946 einen Ruf an die Universität Tübingen an.
In rascher Folge erschienen Schriften, die von höchster Sachkenntnis und hohem Verantwortungsbewusstsein gekennzeichnet sind. Fünf davon seien ausdrücklich genannt: „Pädagogische Perspektiven“ (1951), „Der Eigengeist der Volksschule“ (1955), „Gedanken zur staatsbürgerlichen Erziehung“ (1957), „Der geborene Erzieher“ (1958), „Das Gesetz der ungewollten Nebenwirkungen in der Erziehung“ (1962).
Am 17. September 1963 starb Eduard Spranger – heute sind zahlreiche Schulen und Bildungseinrichtungen nach ihm benannt.

 

  • Zur Philosophie

„Verstehen“ im universalen Sinne

Eindrucksvoll ist bei Spranger die universale Weite seiner Arbeit von der Philosophie, der Psychologie bis hin zur Pädagogik. Um sie herum gruppieren sich weit über dem Normalmaß liegende Kenntnisse in vielen anderen Bereichen, so in Theologie, Sprach- und Literaturwissenschaft, Altertumskunde, Geschichte, Kunst- und Rechtswissenschaften, sogar Medizin und moderne Naturwissenschaften.
Solche Universalität kann man in einem Gymnasium und der Alltagsarbeit des Lehrbetriebs nicht einfach nachahmen. Sie bleibt aber eine Herausforderung, es nicht bei einem ungeistigen Spezialistentum bewenden zu lassen. Das Wesen des Menschen ist nach Spranger seine Geistigkeit, und die hat ihre Stätte nur dort, wo ein Mensch im Anblick der Gesamtwirklichkeit lebt. Schule im Sinne Sprangers muss also dazu anleiten, über den Tellerrand der jeweiligen Einzelfächer hinauszuschauen, sie muss vor allem zu verhindern suchen, dass ihre Schüler vorwiegend oder nur noch nach Nutzen und äußerem Erfolg des Lernens fragen.
An dieser Stelle deutet sich bereits eines der zentralen Themen Sprangerschen Denkens an: das Thema „Verstehen“. Für Spranger ist Verstehen nicht nur ein äußeres ‚ins-Auge-fassen’, ein äußeres Begreifen eines Gegenstandes, sondern ein ‚sich-hinein-versetzen’ und ein ‚von-innen-heraus-erhellen’. Diese Vorstellung hat auch seinen Umgang mit anderen Menschen derart geprägt, dass viele noch heute seine besondere Fähigkeit loben, die Anliegen anderer Menschen nachzuvollziehen. Ebenso beeindruckend war sein nobler und respektvoller Umgang mit Kritik und dem jeweiligen Kritiker.
Er betont die Bedeutung des Einfachen, der einfachen Sprache und der einfachen Erklärung auch komplexer Zusammenhänge. „Alle großen Wahrheiten sind einfach“ – ein oft zitierter Satz Sprangers.
Reifeprozess als lebenslanges Lernen
Nach Spranger machen vor allem zwei Dinge ein geglücktes menschliches Dasein aus; zum einen die Offenheit für weitere Erkenntnis und eine Vertiefung im moralisch-sittlichen Bewusstsein. Spranger erkannte, dass bei aller geistigen Erfüllung und inneren Erhöhung, die der Umgang mit klassischen Kulturen - wie der Kultur der Antike oder dem Gedankengut der deutschen Klassik - vermittelt, der entscheidende Punkt doch die sittlich-religiöse Reife des Menschen ist. Eine Schlussfolgerung für ihn war daher die Bedeutung der Berufsschule zu stärken. Erst der Beruf setzt den Menschen in die volle Lebensverantwortung ein. Daher muss die Schule, die auf das Berufsleben vorbereitet auch einen entsprechenden Bildungsauftrag erhalten. „Der Weg zur höheren Allgemeinbildung führt über den Beruf und nur über den Beruf“ lautet daher sein Fazit.
Eine weitere Denkweise ergab sich aus diesen ethischen Überlegungen. Durch die sittliche Verantwortlichkeit jedes Einzelnen treten völkisch-nationalistische Ideale in den Hintergrund. Spranger wird durch die Erfahrungen des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges zum überzeugten Europäer. Er öffnet sich allen Menschen und allen Kulturen und ist darin auch uns ein Vorbild.

Zur Geschichte des Eduard-Spranger-Gymnasiums

1432 - Gründung der Landauer Lateinschule
1722 - École latine pour Lutherienes
1795 - Versteigerung der ehemaligen Lateinschule
1802 - Errichtung der Landauer Secondaireschule
1819 - Erweiterung zum Progymnasium
1833 - Angliederung der Gewerbeschule (Realschule)
1860 - Englischunterricht in den Oberklassen
1861 - Turnunterricht als Schulfach
1872 - Einrichtung als Humanistisches Gymnasium
1876 - 1. Reifeprüfung in Landau
1922 - Gründung der „Studiengenossenschaft“ (Ehemalige)
1938 - Umbenennung in Gymnasium Landau
1945 - Wiederbeginn des Unterrichts in der Cornichonstraße
1946 - Altsprachliches Gymnasium in der Waffenstraße
1952 - Neugründung der Vereinigung der Freunde
1963 - Schulpartnerschaft mit dem Lycée de garcon Haguenau
1964 - Namensgebung Eduard-Spranger-Gymnasium
1970 - Einrichtung des neusprachlichen Zweigs
1972 - Umzug des ESG in die Schneiderstraße
1975 - Einführung der Mainzer Studienstufe
1979 - Betriebspraktikum in der 10.Klasse
1984 - Schüleraustausch mit Slatington (Pennsylvania)
1988 - Schüleraustausch mit Vannes (Bretagne)
1989 - Gründung des Humanistischen Forums
1991 - Schulpartnerschaft mit dem Gymnasium Ernestinum Gotha
1992 - Einrichtung des Computerlabors
1993 - Einführung der Fünf-Tage-Woche
1995 - Umsetzung des Klippert-Konzepts „Eigenverantwortl. Arbeiten“
1997 - ESG im Netzwerk ökologisch profilierter Schulen
1999 - Schulmediation und Gewaltprävention
2000 - Vorziehen der 2.Fremdsprache Englisch in Klassenstufe 6
2001 - Einweihung des Anbaus
2001 - Verkürzung der Schulzeit auf 12 ½ Jahre
2001 - Einrichtung der Bläserklasse
2003 - Schüleraustausch mit Banagher (Irland)
2004 - Einführung von „Latein plus“ (Beginn mit Latein u. Englisch)
2007/08 Jubiläumsschuljahr - 575 Jahre ESG Landau

Kontaktdaten

Anschrift:
Eduard - Spranger - Gymnasium
Schneiderstraße 71
76829 Landau in der Pfalz

Ansprechpartner:

 

  • Schulleitung
Herr OStD H. P. Neumann Schulleiter 06341 / 98700
Herr StD J. Monnerjahn 1. Stellvertreter 06341 / 98700
  • Sekretariat
Frau P. Jauch, Frau Werner --------------------------------------- 06341 / 98700
  • Hausmeister
Herr O. Dewald, Herr E. Reinhard --------------------------------- 06341 / 987012
  • Orientierungsstufenleitung
Frau StD' S.Höll-Pach ------------------------------------------------ 06341 / 987014
  • Mittelstufenleitung
Frau StD' D. Lugenbühl ------------------------------------------------ 06341 / 987035
  • MSS-Leitung
Herr StR St. Schacht -----------------------------             ------------- 06341 / 987022
  • Schulelternbeirat
Herr A. Holl -------------------Vorsitzender ----------06347 / 6294
Frau A. Lichtenthäler -------------------Stellvertreterin ----------06341 / 54085
  • Schülervertretung
Samuel Kirsch ---------------------------Schülersprecher
Charlotte Müller ---------------------------Stellvertreterin
Eva Schönenberg ---------------------------Stellvertreterin
  • Verbindungslehrer
Herr OStR M. Scherf
Herr StR St. Schacht
Herr M. Ehrgott Vorsitzender 07274 / 53218
Herr T. Baumgärtner 2. Vorsitzender
 

Einleitung

Der Service-Bereich bietet neben Informationen zur Anfahrt auch die Möglichkeit, den Datei- und Bilderbereich des ESG zu nutzen. Dort können Dateien und Bilder betrachtet und auch hochgeladen werden, falls der Benutzer über die notwendigen Rechte verfügt.
 
   
© Eduard - Spranger - Gymnasium Landau